Allgemeines Kartonmodellbau

Seit dem Jahr 1954 baut Hans-Jürgen Frank Modelle aus Karton. Damals kaufte ihm seine Mutter einen Kartonmodellbaubogen, aus dem er ein Flugzeug im Maßstab 1:50 bauen konnte und baute. Das war der Anfang einer großen Leidenschaft!

Nach dem Bau mehrerer Flugzeugmodelle im Maßstab 1:50 und Schiffsmodelle im Maßstab 1:250, alle aus Modellbaubogen des damaligen Lehrmittelinstituts Wilhelmshaven, später Wilhelmshavener Modellbaubogen, heute Möwe-Verlag, kam die Zeit, als die Plastikbausätze ihren Siegeszug antraten. Jedoch waren einerseits diese Bausätze teurer als die entsprechenden Kartonmodellbaubogen und andererseits führten das notwendige Bemalen und die dadurch bedingte Trocknungszeit immer wieder zu ärgerlichen unverzichtbaren Baupausen.

Was war das Ende vom Lied: Er kehrte in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zum Kartonmodellbau zurück und ist ihm bis heute treu geblieben! Die damals gebauten Modelle sind, ebenso wie seine neueren Modelle, heute noch Bestandteil seiner Sammlung.

Der Bau ist für ihn Entspannung und Beruhigung. Wenn er mit dem Bauen beginnt, hat er von ganz alleine nach kurzer Zeit ruhige Hände, auch wenn es vorher nicht den Anschein hatte, dass er an einem Modell weiterarbeiten könne. Ohne ruhige Hände geht hier nichts. „Aber die bekommt man beim Bauen automatisch“ betont er.

Kartonmodellbau ist ein Hobby, das ohne große „Werkstatt“, ohne großen „Schmutz“ und mit einem niedrigen Budget für das dafür unbedingt notwendige Werkzeug auskommt.

Unbedingt notwendig sind eine gute Schere, ein scharfes Bastelmesser, eine präzise greifende Pinzette, ein (Stahl-)Lineal, eine Schneidunterlage, ein Messer oder eine große Nadel zum Anritzen von Knickkanten und (Steck-)Nadeln. Wie aus der Aufschrift geschlossen werden kann, genügt Frank für seine „Kleine Bastelausrüstung“ eine Holzkiste von 22 cm x 14 cm x 7 cm seit mindestens 1959. Darin findet lediglich seine Bastelunterlage, eine Schneidunterlage, die sich nach dem Schnitt wieder schließt, keinen Platz. Außerdem sind in dieser „Kiste“ noch weitere Pinzetten, von ganz spitz bis flach, verschiedene Stäbe zur Rundung von Masten o. ä. sowie diverser Kleinkram.

Zum Kleben benutzt er, wie viele Kartonmodellbauer, UHU Alleskleber, der nicht lösungsmittelfrei sein soll/darf, und verdünnten Weißleim. Welchen man dafür verwendet, bringt die Erfahrung.

Gab es vor fünfzig Jahren nur wenige Verlage, die Kartonmodellbaubogen anboten, wie z. B. Wilhelmshavener Modellbaubogen oder Modellbaubogen vom Schreiber Verlag, so hat sich dies in den letzten zwei Jahrzehnten gewaltig verändert. Aus deutscher Produktion sind dazu vor allem die Modellbaubogen des cfm-Verlags, Hamburger Modellbaubogen Verlags (HMV), Mitteldeutscher Kartonmodell Verlags und Passat-Verlags dazugekommen. Daneben gibt es noch eine Reihe kleinerer Verlage und privaten Konstrukteuren, die ihre Modellbaubogen anbieten. Außerdem sind auch Kartonmodellbaubogen ausländischer Produktion sowie per Download erhältlich. Die Preise liegen zwischen ca. 2,50 € bis 99,00 €.

Seit vielen Jahren bieten verschiedene Hersteller Ätzplatinen oder jetzt auch Lasercut-Teile an, mit denen die Modelle gesupert werden können. Damit wird es auch dem „normalen“ Kartonmodellbauer möglich, noch detailliertere Modelle zu bauen. Allerdings erhöhen diese nicht notwendigen Teile die Kosten eines Modells beträchtlich, sind sie doch oft teurer als der eigentliche Modellbaubogen.

Hans-Jürgen Frank hat in den letzten Jahren ebenfalls erste Versuche mit diesen Zubehörteilen unternommen und stellte fest, dass sich deren Einsatz durchaus lohnt. Durch seine Mitgliedschaft im Forum Kartonbau.de und den Kontakt mit Gleichgesinnten hat er manche Anregungen und Tipps erhalten, die zu besseren Modellen führen. So färbt er z. B. jetzt die Schnittkanten, da diese weißen „Streifen“ bei farbigen Bauteilen doch störend sind.

Viele Informationen und Anregungen kann man sich auch in den entsprechenden Foren holen:

     

 

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